Was ist los mit der Boeing 737 Max? Update!

Boeing 737 Lion Air

Es ist erst ein paar Tage her, das ich selbst meinen Rückflug von Krabi nach Bangkok mit der Lion Air gebucht habe. Die Maschine: höchstwahrscheinlich eine Boeing 737 Max.

Gestern dann die Meldung über einen Absturz der Ethiopian Airlines in
Addis Abeba. Auch hier kam eine Boeing 737 Max zum Einsatz.


Einen Tag danach ist die Absturzursache ist natürlich noch ungeklärt aber es deutet einiges darauf hin, dass der Absturz zumindest so ähnlich ablief, wie bei einer Maschine gleichen Typs der Lion Air in Indonesien, im Oktober 2018.

Die Absturzursache war damals wohl ein Fehler in der Software, der die Maschine wegen falscher Sensordaten mit der Nase nach unten gedrückt hat und das Flugzeug quasi senkrecht, mit der Nase voran, in den Boden flog.

Also schon der 2. Absturz einer Boeing 737 Max innerhalb weniger Monate.

China groundet die 737 Max

Heute morgen steht ist dann in mehreren Tageszeitungen zu lesen, dass in China bereits Konsequenzen gezogen wurden und alle Flugzeuge dieses Typs bis auf weiteres gegroundet wurden.

Stehen wir also vor einer generellen Sperre dieses Flugzeug Typs? Damit wäre auch mein Flug, in ein paar Wochen, gefährdet.

Flugverbote jetzt auch in Deutschland

12.03.2019 (Update): Wie bereits befürchtet, haben nun weitere Länder nachgezogen und ebenfalls Flugverbote für die Boeing 737 Max verhängt. So erteilt etwa auch Äthiopien, England, Australien, Malaysia, Indonesien, Südkorea und Singapur bis auf weiteres keine Start und Landegenehmigungen mehr für diesen Flugzeug Typ.

Gerade als ich dieses Update schreibe, kommt die Meldung, dass auch Deutschland nun ein Start,- Lande – und Überflugverbot verhängt hat.

Des weiteren sind einige Airlines von sich aus her gegangen und haben die Boeing 737 Max zumindest vorübergehend aus dem Verkehr gezogen. Darunter auch die TUI, die bisher 15 Maschinen diesen Typs im Einsatz hat. Allerdings noch nicht in Deutschland. Da sollte wohl im April die erste 737 Max stationiert werden.

Das wird sicherlich so lange anhalten, bis die Unfallursache endgültig geklärt ist und gegebenenfalls der Hersteller Abhilfe geschaffen hat.

Die Liste wird länger…

13.03.2019 (Update) Inzwischen haben sich weitere Länder dazu entschlossen, der Boeing 737 Max ein Flugverbot auszusprechen: Oman, Indien, Thailand, Kuwait, Hongkong, Usbekistan, Kasachstan und Neuseeland.

Man könnte fast sagen, es herrscht ein weltweites Flugverbot, außer in den USA und Kanada! Dort dürfen die Flieger weiterhin abheben. Angeblich hält man das Flugzeug nach wie vor für sicher.

Da stellt sich mir dann aber die Frage, warum Boeing dann bis Ende April ein Update für die offensichtlich fehlerhafte Software angekündigt hat.

Ein sicheres Flugzeug oder Software bräuchte man doch nicht überarbeiten?

14.03.2019: Jetzt auch in den USA

Nach Tagen des wachsenden Drucks fast aller nationalen Regulierungsbehörden auf der ganzen Welt, die die Flugzeuge am Boden halten, hat nun auch die USA die 737 Max von Boeing gegroundet.

Die Sperre erfolgt nach einer früheren Entscheidung, als amerikanische Regulierungsbehörden dem Flugzeugtyp weiterhin eine Genehmigung erteilten, nach dem verunglückten Absturz in Äthiopien am vergangenen Sonntag, weiterzufliegen.

Die von Präsident Trump verkündete Entscheidung folgt einer Entscheidung von Sicherheitsbehörden in rund 42 Ländern, Flüge mit Boeing 737 MAX-Modell zu verbieten.

Ähnliche Probleme

Beide Flugzeuge stürzten jeweils kurz nach dem Start ab. Die Piloten meldeten in beiden Fällen Probleme mit der Maschine und wollten zum Flughafen zurückkehren. In beiden Fällen handelte es sich außerdem um Flugzeuge, die erst wenige Monate alt waren.

Das in Frage stehende System, soll eigentlich einen Strömungsabriss des Flugzeugs verhindern, wenn der Steigwinkel bei zu geringer Geschwindigkeit zu groß wird.

In einem solchen Fall würde der Computer die Nase der Maschine nach unten drücken, um einen fatalen Strömungsabriss zu verhindern.

Piloten berichteten von ähnlichen Problemen

13.03.2018 (Update): Heute ist in den Nachrichten zu lesen, das einige Piloten schon vor dem neuen und offensichtlich komplizierten System gewarnt hatten.

Offensichtlich war es in der jüngsten Vergangenheit schon zu anderen Zwischenfällen ähnlicher Art gekommen, die aber glimpflich ausgingen.

Die Piloten beklagten unter anderem, dass das Handbuch die neuen Systeme der Boeing 737 Max nicht ausreichend dokumentierte und das Piloten ohne ausreichende Informationen und Training zu dem System (MCAS), den Flugzeugtyp trotzdem fliegen dürfen.

Piloten müssten den Autopilot abschalten

Wenn die Sensoren allerdings falsche Werte liefern und also fälschlicherweise von einem drohenden Strömungsabriss ausgehen, müssten die Piloten das fehlerhafte System abschalten, um zu verhindern, dass der Computer die Maschine in den Boden fliegt.

Das setzt aber voraus, dass die Piloten über diese Funktion des Computers informiert sind und den Fehler erkennen. Dies war wohl zumindest bei dem ersten Absturz der Lion Air nicht bei allen Piloten der Fall.

Spätestens bei diesem 2. Absturz hätten die Piloten somit eigentlich wissen müssen, was zu tun ist. Wir werden also die nächsten Tage abwarten müssen und sehen was da jetzt passiert.